{"id":1943,"date":"2018-12-13T14:00:02","date_gmt":"2018-12-13T13:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/?p=1943"},"modified":"2024-03-22T10:23:04","modified_gmt":"2024-03-22T09:23:04","slug":"bestandskunden-management","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/bestandskunden-management","title":{"rendered":"Bestandskundenpflege und Vertriebsstrategie: So st\u00e4rken Sie Ihr Bestandskundenmanagement"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eStammkunden gibt\u2019s nicht mehr\u201c, sagte mir vor Kurzem der Inhaber eines Traditionsgesch\u00e4ftes in der Landshuter Innenstadt. Und wieder schlie\u00dft ein Fachgesch\u00e4ft. So kann es jedem Unternehmen gehen, wenn sich M\u00e4rkte ver\u00e4ndern, die eigenen Produkte nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sind, Kunden als Abnehmer ausfallen oder Konkurrenten unentwegt den eigenen Kundenbestand anknabbern. Man sollte seine Stammkunden deshalb hegen und pflegen wie Sch\u00e4tze. Denn sie sind die Sch\u00e4tze eines Unternehmens, weil sie den Fortbestand des Gesch\u00e4ftes garantieren.<\/span><\/p>\n<h2>Bestandskundenpflege kosteng\u00fcnstiger als Neukundengewinnung: richtig oder falsch?<\/h2>\n<p>Nicht ohne Grund postulieren Marketing-Gurus immer wieder, dass es f\u00fcnf- bis achtmal so teuer sei, Neukunden zu gewinnen, als Stammkunden zu halten. Allerdings ist Vorsicht bei diesem Satz angebracht. Die Schlussfolgerung lautet n\u00e4mlich nicht, alle Aktivit\u00e4ten auf die Bestandskundenpflege auszurichten. Denn ein \u201enat\u00fcrlicher Schwund\u201c im Kundenstamm ist nicht zu vermeiden. Deshalb ist es so entscheidend, dass der <a href=\"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/lead-priorisierung\">Verkaufstrichter st\u00e4ndig \u201enachgef\u00fcllt\u201c<\/a> wird. Prim\u00e4res Ziel einer Vertriebsstrategie sollte es allerdings sein, Stammkunden zufrieden zu stellen und die <a href=\"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/customer-value-management\">Qualit\u00e4t des Kundenstamms<\/a> stetig zu verbessern.<\/p>\n<h3>Was sind eigentlich Stammkunden?<\/h3>\n<p>Stammkunden sind im Sinne der ERP oder der kaufm\u00e4nnischen Buchf\u00fchrung Kunden, die mit einer Kundennummer im kaufm\u00e4nnischen System verankert sind. Das bedeutet, dass strategisch zu entscheiden ist, wann ein nicht mehr kaufender Bestandskunde aus rechtlichen Gr\u00fcnden zwar nicht gel\u00f6scht, aber doch aus dem aktiven Kundenstamm entfernt wird. Das wird im Falle einer Gesch\u00e4ftsaufgabe oder Konkurs des Kunden kein Thema sein. Damit verbunden sind folgende Fragen: Nach wieviel Monaten oder Jahren ohne Umsatz laufen besondere Vertriebsma\u00dfnahmen an? Nach wieviel Jahren erfolgloser Bem\u00fchungen bzw. bei welchen Indikatoren einer Chancenlosigkeit wird der Kunde nicht mehr als Stammkunde gez\u00e4hlt? Schlie\u00dflich macht es keinen Sinn, im Kundenbestand einen Wildwuchs von Karteileichen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Deshalb empfehlen wir, bei der Vertriebssteuerung vom CRM einen Warnparameter f\u00fcr die Stammkunden setzen zu lassen, die seit x Monaten nicht mehr bestellt haben und diese kritische Kundensegment in eine \u00dcberwachung zu nehmen.<\/p>\n<h2>Bestandskundensegmentierung als Grundlage f\u00fcr die Vertriebsstrategie<\/h2>\n<p>Diese \u00dcberlegung f\u00fchrt zu folgender Frage: Alle Stammkunden bilden symbolisch einen Karteikasten mit Kundenkarten. Ist es sinnvoll, dass alle Karteikarten die gleiche Farbe haben? Oder macht es nicht vielmehr Sinn, bestimmte Kundengruppen nach Farben zu unterscheiden, um auf einen Blick zu sehen, wie sich die Farbanteile im Karteikasten verteilen? Ohne Lesen einer Karteikarte wissen Sie dann, was f\u00fcr einen Kunden-Grundtyp Sie vor sich haben. Die Frage ist, welche Kunden sozusagen farblich zu unterscheiden sind \u2013 Stichwort strategische Kundensegmentierung. Nat\u00fcrlich kann ein Anwender jederzeit im CRM Stammkunden nach Branche, Zahlungsverhalten oder Kundengr\u00f6\u00dfe filtern. Wir empfehlen allerdings dar\u00fcber hinaus, eine Vorsortierung (Vorqualifizierung) nach strategischen Kundentypen vorzunehmen \u2013 eben die Farben f\u00fcr die Kundenkarten.<\/p>\n<p>Die Grundsegmentierung des Kundenstamms sollte dabei nach strategischen Kundentypen bzw. nach Gesch\u00e4ftsmodellen oder nach Kernprozessen erfolgen. Schlie\u00dflich muss ein Industrieunternehmen grunds\u00e4tzlich anders betreut werden als ein Handelspartner, der f\u00fcr einen Hersteller weiterverkauft. So nimmt ein Anbieter von Feuerschutzger\u00e4ten folgende Grundsegmentierung im Kundenstamm vor \u2013 im CRM umgesetzt durch einen zentralen Kundenparameter, so dass auf Knopfdruck direkt auf dieses Kundensegment zugegriffen werden kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Feuerwehren u.a. Brandschutz-Institutionen<\/li>\n<li><strong>Systemkunden<\/strong>: gewerbliche Kunden, die sich den gesamten Brandschutz andienen lassen.<\/li>\n<li><strong>Gewerbekunden<\/strong>: gewerbliche Kunden, die Produkte und \/ oder Dienstleistungen beziehen.<\/li>\n<li>Vertriebspartner: gewerbliche Kunden (Handels- und Dienstleistungspartner), die die Produkte an Endkunden weiterverkaufen.<\/li>\n<li><strong>VP-Privatkunden<\/strong>: nicht direkt kaufende private Endkunden, die \u00fcber Vertriebspartner beziehen. Sofern diese bekannt sind (aus Marketingaktionen, Tag der offenen T\u00fcr, Garantief\u00e4lle etc.) sind diese mit den Vertriebspartner verlinkt.<\/li>\n<li><strong>Privatkunden<\/strong>: private Endkunden, die direkt kaufen.<\/li>\n<li><strong>Indirekte Kunden<\/strong>: Meinungsf\u00fchrer, Feuerwehren, B\u00fcrgermeister etc., die als Meinungsf\u00fchrer und Empfehler aktiv sind und vorrangig vom Marketing betreut werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Vertriebssteuerung bringt es gro\u00dfe Vorteile, wenn von Anfang an Transparenz im Kundenstamm geschaffen wird. Vertriebsstrategie und Marketing k\u00f6nnen die Werthaltigkeit und Entwicklung dieser strategischen Kundensegmente differenziert beobachten und beeinflussen.<\/p>\n<h2>Das Geheimnis der Bestandskundenpriorisierung<\/h2>\n<p>Unterschiedliche Kundenpotenziale, das Selbstverst\u00e4ndnis von Kunden und vor allem die stets begrenzten Vertriebsressourcen f\u00fchren zu der bitteren Praxiserkenntnis: Nicht alle Kunden sind K\u00f6nige. Aber der Verk\u00e4ufer muss die Spielregeln bestimmen k\u00f6nnen, welche Kunden sinnvollerweise zu K\u00f6nigen gekr\u00f6nt werden. Wir sind wieder beim Thema Kundenbewertung zum Zweck einer Kundenpriorisierung. In Anlehnung an die Qualifizierung von Leads k\u00f6nnten Bestandskunden beispielsweise nach folgenden Parametern bewertet werden:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Umsatz-Klasse:<\/strong> Zuordnung des Stammkunden zu einer Umsatzklasse; z.B. differenziert nach 5 Gruppen: 5 = Top-Umsatz, 1 = Kleinumsatz<\/li>\n<li><strong>Profit-Klasse:<\/strong> Zuordnung des Stammkunden zu einer DB-Klasse; z.B. differenziert nach 5 Gruppen: 5 = Top-Profitbringer, 1 = Verlustbringer<\/li>\n<li><strong>Potenzial-Klasse:<\/strong> Klassifizierung des noch freien (erreichbaren) Potenzials auf einer Skala von 5 = sehr hoch bis 1 = sehr niedrig<\/li>\n<li>Klassifizierung von <strong>Kundenzufriedenheit<\/strong>, Kundenbindung oder der Bereitschaft des Stammkunden, mit dem Lieferanten partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Beispiel: sehr gut = 5 Punkte: Der Kunde bem\u00fcht sich von selbst um Verk\u00e4uferbesuche, ist hoch beratungsaffin, kommt gerne zu Lieferantenveranstaltungen.<br \/>\nMangelhaft = 1 Punkt: Wir wissen, dass der Kunde an einen Konkurrenten gebunden ist und uns bei Angeboten nur benutzt, um ein Alternativangebot zu erhalten.<\/li>\n<li><strong>Produktkompetenz<\/strong> des Stammkunden: Sehr gut = 5 Punkte: Der Kunde kennt unsere Produkte bzw. die dahinterstehende Technologie aus dem Effeff. Mangelhaft = 1 Punkt: Der Kunde versteht \u00fcberhaupt nichts von unserem Produkt, so dass wir auch in der Beratung Produktvorteile nur schwer vermitteln k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Strategische Bedeutung des Stammkunden:<\/strong> Ebenso nach einer Scoring-Klassifizierung zu bewerten.<\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"https:\/\/www.adito.de\/whitepaper\/crm-kennzahlen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3518 size-full\" src=\"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/wp-content\/uploads\/CTA_Whitepaper_KPI.jpg\" alt=\"Whitepaper KPI\" width=\"680\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/wp-content\/uploads\/CTA_Whitepaper_KPI.jpg 680w, https:\/\/www.adito.de\/knowhow\/blog\/wp-content\/uploads\/CTA_Whitepaper_KPI-300x99.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Untersch\u00e4tzen Sie die Wichtigkeit der Bewertung nicht<\/h3>\n<p>Diese sechs beispielhaften Qualifizierungsparameter zeigen, wie wichtig es ist, sich mit den strategischen Konsequenzen der Kundenbewertung auseinanderzusetzen. Beispiel hier: die Potenzialbewertung. Der Parameter Potenzial-Klasse wird in der vorliegenden Formulierung dazu f\u00fchren, dass Kunden, bei denen die Lieferpotenziale ausgesch\u00f6pft sind (geringes freies Potenzial) wegen des Punkteabzugs an Wichtigkeit verlieren. Kunden mit geringerer Umsatzklasse, aber mit noch hohem freien Potenzial gewinnen an Priorit\u00e4t und k\u00f6nnten in ihrer Bedeutung an diesen typischen \u201eStarkunden\u201c vorbeiziehen. Anders ausgedr\u00fcckt: Eine auf Bestandskundensicherung bedachte Strategie (Farming-Strategie) bewertet Gesamtpotenziale; eine auf Eroberung fokussierte Strategie (Hunting-Strategie) bewertet freie Potenziale. In jedem Fall aber ist eine Priorit\u00e4tsbewertung noch nicht ausgesch\u00f6pfter erreichbarer Lieferanteile dann sinnvoll, wenn eine gezielte Lieferanteils-Steigerungsstrategie (First- oder Second-Supplier) verfolgt wird.<\/p>\n<h2>Strategie: Wachstum durch Lieferanteilsoptimierung<\/h2>\n<p>Wie kann nun ein Umsatzwachstum mit Bestandskunden erreicht werden? Viele Unternehmen gehen von lapidaren Umsatzsteigerungen im Kundenstamm aus, ohne sich ein Bild \u00fcber die m\u00f6glichen Chancenfelder zu machen. Je nach Zielsetzung f\u00fcr eine Lieferanteilsoptimierung sind n\u00e4mlich unterschiedliche Strategien erforderlich:<\/p>\n<p><strong>Strategie 1:<\/strong> Man w\u00e4chst mit dem Kunden, profitiert also von seiner positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Das ist der Idealfall. Kundenzufriedenheit und Kundenbindung sind die Voraussetzungen. F\u00fcr diesen Fall ist es sinnvoll, die wirtschaftliche Lage und Entwicklung von Kunden zu dokumentieren und professionell im CRM zu parametrisieren.<\/p>\n<p><strong>Strategie 2:<\/strong> Aus Vertriebssicht \u00e4hnlich positiv zu werten ist ein Wachstum durch einen gemeinsamen Aufbau von neuen Potenzialen (Zusatzumsatz) auf der Grundlage von WIN-WIN-Beziehungen. Man investiert gemeinsam. Wie im ersten Fall kann der Lieferant wachsen ohne Konkurrenten verdr\u00e4ngen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Strategie 3:<\/strong> Die dritte Strategie ist der klassische Verdr\u00e4ngungswettbewerb. Man w\u00e4chst, indem man seinen Lieferanteil zu Lasten von Konkurrenten erh\u00f6ht. Dabei ist zu beachten, dass dies nicht zu Lasten des Preises und damit des Deckungsbeitrages geschieht. Stellen Sie sich vor, ein Kunde bietet zus\u00e4tzliche Bestellungen unter der Bedingung an, dass der Preis f\u00fcr die Gesamtmenge reduziert wird. Dann kann es sein, dass der \u201eKauf\u201c von Lieferanteilen zum wirtschaftlichen Bumerang wird. So wird der Vertriebler zum Kaufmann. Diesem Dilemma kann durch neue, wettbewerbs\u00fcberlegene Produkte und Dienstleistungen ausgewichen werden.<\/p>\n<p>Eine sinnvolle Vertriebsstrategie kann also nur verfolgt werden, wenn im CRM die bekannten oder gesch\u00e4tzten Lieferanteile bei den Stammkunden dokumentiert werden. \u00dcber die Lieferanteile lassen sich dann Marktanteile in den relevanten M\u00e4rkten hochsch\u00e4tzen. Wir halten die Beobachtung und Steuerung von Lieferanteilen bei definierten Stammkunden f\u00fcr eine Grundaufgabe des Vertriebs.<\/p>\n<h2>Strategie: Wachstum durch Up-Selling und Cross-Selling<\/h2>\n<p>Als Sonderformen f\u00fcr ein Umsatzwachstum im Kundenstamm m\u00f6chte ich hier Up-Selling und Cross-Selling herausstellen:<\/p>\n<p>F\u00fcr das <strong>Up-Selling<\/strong> gilt die Devise: Kein Kunde ist so schlecht, als dass er nicht noch mehr bestellen k\u00f6nnte. Ein Mercedes-C-Klasse-Fahrer k\u00f6nnte in die E-Klasse gef\u00fchrt werden. Eine Familie, die vorhat, sich eine neue K\u00fcche im preislichen Mittelsegment anzuschaffen, w\u00fcrde sich vielleicht auch eine h\u00f6herwertige K\u00fcche g\u00f6nnen, wenn die Verkaufsgespr\u00e4che geschickt aufgezogen werden.<\/p>\n<p>Beim <strong>Cross-Selling<\/strong> geht es darum, zus\u00e4tzliche Leistungen anzubieten, die mit den aktuellen in einem sinnvollen Zusammenhang stehen, aber nicht eigentlich zum eigenen Angebotsprogramm geh\u00f6ren. Ein Fahrradh\u00e4ndler bietet Radreisen an oder vermittelt diese. Ein Fensterbauer erkennt, dass bei einem Kunden die Haust\u00fcr renovierungsbed\u00fcrftig ist und sorgt f\u00fcr ein entsprechendes Angebot f\u00fcr eine neue Haust\u00fcr. Allianzen unter Anbietern spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Autoh\u00e4ndler haben etwa KFZ-Versicherungen, Kreditangebote oder Merchandising-Artikel im Angebot.<\/p>\n<p>Die Frage ist, wie Up- und Cross-Selling-Chancen in der Vertriebssteuerung ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen. Folgende Methoden sind g\u00e4ngig:<\/p>\n<p><strong>Buffetmethode<\/strong>: Bei einem \u00fcberschaubaren Sortiment von m\u00f6glichen Zusatzleistungen wird auf H\u00e4kchen-Feldern dokumentiert, in welchen Produktbereichen der Vertrieb nachsto\u00dfen soll, welche Cross-Selling-Produkte f\u00fcr den Kunden also von Interesse sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Kennziffernmethode<\/strong>: Im CRM wird der Sortimentsabdeckungsgrad des Kunden ausgewiesen. Bei Kunden, die Cross-Selling-Angebote unterhalb einer bestimmten Schwelle nutzen, setzt das System Warnmeldungen f\u00fcr Innen- und Au\u00dfendienst.<\/p>\n<p><strong>Klassifikationsmethode<\/strong>: Dieses Verfahren entwickelt die Kennziffernmethode f\u00fcr Marketingaktionen weiter. Die Kunden werden in Bezug auf die bereits ausgesch\u00f6pften Cross-Selling-M\u00f6glichkeiten nach Kategorien segmentiert. Man arbeitet also nicht mit Zahlen (Kennziffern), sondern direkt mit Priorisierungen. Beispiel: Ein Kunde mit \u00fcber 90 Prozent Sortimentsaussch\u00f6pfung wird als CS-Top-Kunde gef\u00fchrt und entsprechend betreut. Der Vertrieb kann wohl davon ausgehen, dass auch neue Zusatzprodukte bei diesem Kunden auf schnelles Interesse sto\u00dfen. Andererseits wird es Kunden geben, die vollkommen resistent gegen Zusatzangebote sind. Man sollte sie halt nur kennen, seine Kunden!<\/p>\n<p><strong>Alert-Methode<\/strong>: Diese Methode ist sinnvoll, wenn nur sporadisch Cross-Selling-Angebote in Betracht kommen. Beispiel: Im Fall, dass ein Kunde neue Terrassenm\u00f6bel kauft, setzt das System sofort einen Hinweis f\u00fcr den Vertrieb, dass auch der Bedarf nach einer neuen Markise oder einem Wintergarten abgefragt wird.<\/p>\n<blockquote><p>Up-Selling liegt in der Verantwortung von allen Mitarbeitern mit Kundenkontakt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aufgabe des Vertriebs ist es, dem Kunden den Mehrwert zu vermitteln, den er mit einem h\u00f6herwertigen Produkt erhalten w\u00fcrde. In jedem Fall k\u00f6nnen Up- und Cross-Selling nur funktionieren, wenn man die Qualit\u00e4ts- und Budgeterwartungen des Kunden kennt. Interessiert sich ein Kunde f\u00fcr eine PV-Anlage und ist mit 15.000 Euro bereits am pers\u00f6nlichen Limit, dann macht es keinen Sinn, ihm noch Speicher f\u00fcr 8.000 Euro anzubieten. Aber die Vision eines Ausbaus seiner Anlage muss ihm vermittelt werden.<\/p>\n<h2>Bestandskunden-Management geht alle an<\/h2>\n<p>Alle dargestellten Vertriebsstrategien und -methoden stehen im Lichte einer Erkenntnis: Die Qualit\u00e4t und der Wert des Kundenstamms sind beeinflussbar. Wer seine Kunden sehr gut kennt, dem bieten sich in der Regel noch Chancen auf erhebliche Umsatzsteigerungen. Das geht nicht auf Zuruf, nicht mit Formularen, nicht mit <a href=\"https:\/\/www.adito.de\/e-book\/excel-im-vertrieb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Excel<\/a> und schon gar nicht mit der ERP. Die geeigneten Instrumente betreffend Transparenz, Prozessteuerung und Controlling m\u00fcssen zur Verf\u00fcgung stehen. CRM liefert hierzu die Basis.<\/p>\n<p>Bestandskundenpflege bedeutet, den Stammkunden in guten wie auch in schlechten Zeiten zu begleiten. Das kann der Vertrieb nicht allein bewerkstelligen. Betriebliche Silos sind hier fehl am Platz. Vertrieb, Marketing, Entwicklung und Service m\u00fcssen sich gemeinsam als Lebenspartner f\u00fcr die Stammkunden begreifen. Wer Stammkunden gut pflegt, dem geh\u00f6rt der Markt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer seine Stammkunden pflegt, dem geh\u00f6rt der Markt. 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